Betsy Jolas

Betsy JOLAS, compositeur à la Cité de la Musique à Paris le 4/11/06 Photo Jean-Christophe MARMARA / Le Figaro

©Jean-Christophe Marmara/ Le Figaro

Betsy Jolas wurde 1926 in Paris geboren. Ihre Mutter, die amerikanische Übersetzerin Maria Jolas, studierte Gesang und das Singen spielte eine wichtige Rolle während ihres ganzen Lebens. Ihr Vater, der Dichter und Journalist Eugène Jolas, war Gründer und Herausgeber des Literaturmagazins « transition », das zwischen 1927 und 1938 allen großen Namen der Zwischenkriegszeit ein Forum darbot, insbesondere James Joyce, dessen « Finnegan’s Wake » in dem Magazin als « work in progress » erschien.

Ende 1940 siedelte ihre Familie in die USA über, wo Betsy Jolas in New York nach ihrem Schulabschluss  Musik am Bennington College studierte. In dieser Zeit wurde sie Mitglied des Dessoff Chores und entdeckte dort die Musik der Renaissance, die einen prägenden Einfluss auf ihr künftiges Schaffen hatte. 1946 kehrte Betsy Jolas nach Paris zurück und setzte ihr Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique fort, hauptsächlich bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen. 1971 – 1974 arbeitete sie als Messiaens Assistentin und wurde 1975 dessen Nachfolgerin auf dem Lehrstuhl für Musikanalyse. Sie hat ebenfalls an den amerikanischen Universitäten von Yale, Harvard, Berkeley, Michigan, am Mills College (Lehrstuhl Darius Milhaud) und in Tanglewood unterrichtet, um nur einige Orte zu nennen.

Betsy Jolas ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters (1983) und der American Academy of Arts and Sciences (1995).

Ihr umfangreiches Œuvre – in mehr als 70-jähriger Tätigkeit entstanden –  ist für eine große Bandbreite von Instrumenten und Ensembles geschrieben und wurde weltweit von so hervorragenden Künstlern wie z.B. William Christie, Kent Nagano, Claude Delangle, Anssi Karttunen, Håkan Hardenberger, Antoine Tamestit, Sir Simon Rattle und führenden Orchestern und Ensembles wie dem Ensemble Intercontemporain, den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, den Boston Symphony Chamber Music Players und dem BBC Symphony Orchestra aufgeführt.

Ihr familiärer Hintergrund brachte Betsy Jolas schon früh in Kontakt mit Sprache und der menschlichen Stimme, und das mag sie bewahrt haben vor einigen musikalischen Exzessen der Nachkriegsjahre. Sie gehörte seit den 1960er Jahren Pierre Boulez’ Domaine Musical an, doch war sie immer mehr ein « fellow-traveller » als eine bedingungslose Anhängerin. Ihre Musik klingt ganz eindeutig zeitgenössisch, schon allein deswegen, weil sie konsequent atonal ist. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Komponisten ihrer Generation trat Betsy Jolas nie für einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit ein. Ihre profunde Kenntnis der Tradition wurde oft als die heimliche Treibkraft ihres Schaffens betrachtet. In der Tat hat sie des Öfteren betont, ausdrucksvolle und schöne Musik schreiben zu wollen in einer Zeit, in der dies als überholt galt.

 

Fotos

BETSY_JOLAS_FERRANTE_FERRANTI_CNSMDP2016-1 copie BETSY_JOLAS©Ferrante FERRANTI JOLAS Betsy ©E.Mathon, Centre de Presse Monaco, 2010

Repertoire

Veröffentlichte Werke

Orchesterwerke

B-Day for Symphony Orchestra (2006) – 16 Min

Four Plages

How-Now

J.D.E. (1966) – 9:30 Min

Just a Minute (2007) – 1 Min

A Little Summer Suite (2015) – 11:35 Min

D’Un Opéra de Voyage (1967) – 9:30 Min

Quatre Plages (1967) – 6:30 Min

Tales of a Summer Sea for Orchestra (1977) – 15:30 Min

Well Met 04 – Pantomime for 12 Strings (2004) – 55 Min

Well Met Suite (2016) – 10 Min

 

Werke für Orchester und Solisten

Histoires Vraies (2015) – 20 Minutes
für Orchester mit Solo-Trompete und Klavier

Musique d’Hiver for Organ and Chamber Orchestra (1971) – 16 Minutes
für Orchester und Orgel

Onze Lieder (1977) – 15 Min
für Orchester mit Solo-Trompete

Stances (1978) – 22 Min
für Orchester und Klavier

Trois Rencontres for Solo String Trio and Symphony Orchestra (1973) – 28 Min
für Orchestern und Streicher-Trio

 

Werke für Bläser-Ensembles

Préludes, Fanfares, Interludes, Sonneries (1983) – 20 Min

 

Werke für größere Ensembles bis 9 Instrumente

Figures for 9 Instruments (1965) – 15 Min

Lassus Ricercare (1970) – 10 Min

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Werke für Ensembles und Solisten

États (1967) – 17 Min
Solo-Violine mit Percussion

Mots (1963) – 20:40 Min
für Gesang und Orchester

Points D’Aube
für Solo-Viola und Orchestern

Wanderlied (2003) – 12 Minutes
für Solo-Cello und Orchester

 

Werke für 2 – 6 Instrumente

Ah! Haydn
für Klavier, Violine und Cello

Ardente
Orchestration: Viola und Piano

Four Duos
für Viola und Klavier

O Wall
für Bläserquintett

Plupart Du Temps No.2
für Tenor, Saxophon und Cello

Quartet No.3 (1973) – 17 Min

Quartet No.4 – Menus Propos
für Streichquartett

Quartet No.5
für Streichquartett

Three Duos
für Tuba und Klavier

Titivillus
für Gesang, Flöte und Klavier oder alt. 2. Flöten und Klavier

Trio – ‚Les Heures‘
für Violine, Viola und Flöte

 

Solowerke ohne Klavier

Episode No.6
für Viola

Episode No.7
für E-Gitarre

Episode No.8
für Kontrabass

Episode No.9
für Klarinette

Fusain
für Flöte

Petite Fantaisie Pour Leo
für Flöte

Scion
für Flöte

Tranche
für Harfe

 

Werke für Tasteninstrumente

Autour
für Cembalo

B For Sonata
für Klavier

Calling E.C.
Für Klavier ; alt. 2. Klaviere

Chanson d’Approche
für Klavier

Musique De Jour
für Orgel

O Bach! – 8 Min
für Klavier

Piecesjay Jaypieces
für Klavier

Tango Si
für Klavier

Une Journee De Gadad
für Klavier

 

Werke für Chor/ Gesang mit Begleitung

Autres Infantillages
für Kinder-Chor ; alt. mit Klarinetten Begleitung

Chant Dormant Dormant Chant
für Chor (S/A/T/B)

Concerto-Fantaisie „O night, oh“ (2001) – 31 Min
für Chor (S/A/T/B)

Diurnes (1970) – 14 Min
Gemischter Chor aus 12 Stimmen

Enfantillages
Weiblicher Chor und Flöte

Savez-Vous Qui Est Mon Ami
Chor aus 3 versch. Stimmen

Sonata for 12 Mixed Voices
Chor aus 12 Stimmen

 

Werke für Chor und Orchester

Motet II (1965) – 17 Minutes
für Chor (S/A/T/B)

 

Werke für Solo-Gesang mit Begleitung

L‘ Ascension du Mont Ventoux (2004) – 55 Min
für Sopran, Sprecher, Flöte, Alt-Flöte, Piccoloflöte, Klarinette, Baßklarinette, Kontrabass-Klarinette, Violine, Cello und Harfe

L’oeil égaré
für Bariton und Klavier

Motet IV ‚Ventosum Vocant‘ (2002) – 24 Min
für Sopran, Flöte, Klarinette, Harfe, Violine und Cello

Quartet No.2 (1964) – 15:30 Min
für Sopran, Violine, Viola und Cello

 

Opernwerke

Le Cyclope (1986) 1:30 Std.
für 9 Sänger, Posaunen und Band

Le Pavillon au Bord de la Rivière (1975) – 1:30 Std.
für 1 hoher Sopran, 6 Schauspieler, 2 Flöten, Englisch Horn, Posaunen und Schlagzeug

 

Andere Werke

Allô!
Für 2 Saxophone

Caprice for One Voice
für Gesang, (männlich oder weiblich)

Caprice for Two Voices
für Mezzo-Sopran und Counter-Tenor

E.A. Petite Suite Variee
für C-Trompeten und Vibraphone

Episode No.1
für Flöte

Episode No.2
für Flöte

Episode No.3
für C-Trompete

Episode No.4
für Saxophon

Episode No.5
für Cello

Mon Ami
für Gesang und Klavier

Oh là!
Für 2 Saxophone

Remember
für Englisch Horn (oder Viola) und Cello

Scat
für 2 Saxophone

 

Unveröffentlichte Werke

 

Chorwerke

La Nuit m’est courte (1947) – 5:30 min
für Chor

Arbres (1950) – 3:05 min
für Chor

Et le reste à l’avenant (1951) – 3:45 min
für Chor

Lamentations (2009) – 5:00 min
für 5 weibliche Stimmen

 

Solo Gesang mit Begleitung

O femmes (1961) – 1’15
für Bariton, Alt und Violoncello

On entend au loin (1961) – 1’30
für Bariton, Alt und Violoncello

Femme en son jardin (2010) – 8’30 min
für Chor, Alt, Violoncello und Klavier

Sur Do : Hommage à Purcell (2010) – 5’50 min
für Chor, Alt und Violoncello

 

Kammermusik

«in memoriam Luigi Nono»
für Klavier und Vibraphon

«Ravery»
für Violoncello Solo

«Un post-it pour Henri»
für Violoncello und Saxophon Tenor

«Frauenliebe» 21’30 min
für Alt und Klavier

 «Ruht wohl» 4’24 min
für Alt und Klavier

Fantaisie à 2 : “Come follow, follow…” (2001)
für Bass und Alt

Lovemusic (2005) – 12’13 min
für Flöte und Bass Klarinette

Teletalks (2008) – 18’ min
für 2 Klaviere

Rambles thru 44 the mysterious stranger by Mark Twain 30′ min
für Sprecher, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Harfe

 

Arrangements

Eine kleine Schütz Musik (2003) – 2’40 min
für Trompete, Posaune, Violine und Violoncello

Eine kleine Schütz Musik (2003) – 2’40 min
für Klarinette, Bassklarinette , Violine undVioloncello

Schütz suite (2009) – 3’35 min
für Chor, Alt, Violoncello und Klavier

Psaume 20 (1994) – Schütz – 3’ min
für Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon, Bongos, Horn, Harfe, Violine, Viola, Violoncello und Klavier

Psaume 117 (1994)– Schütz – 3’ 30 min
für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Bongos, Harfe, Klavier, 2 Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass

O la, O che bon echo (2004) – Lassus – 2’ min
für Vibraphon und Klavier

O che bon echo (2010) – Lassus – 2’50 min
für Chor, Alt, Violoncello und Klavier

O flos florum (2006) – Dufay – 1’50 min
für Bläserquintett

O flos flagrans (2006) – Brasart – 1’45 min
für Bläserquintett

Now is the month of maying (2009) – Morley – 1’50 min
für Chor, Alt, Violoncello und  Klavier