Jean-François Heisser

Piano-ouvert-faceDer in Saint-Etienne geborene Jean-François Heisser ist eine allumfassende Künstler-Persönlichkeit: Pianist, Dirigent, vielseitig gebildeter Pädagoge und von einer unersättlichen Neugier getrieben. Seit 1991 unterrichtet er Klavier am Conservatoire National Supérieur de Musique von Paris. Zu seinen Schülern zählen Bertrand Chamayou und Jean-Frédéric Neuburger, mit denen ihn eine tiefe musikalische Freundschaft verbindet. Er selbst gilt als geistiger Nachfolger von Vlado Perlemuter, Henriette Puig-Roger und Maria Curciò.

Jean-François Heissers Aktivitäten erstrecken sich zu gleichen Teilen auf eine Tätigkeit als Solist, als Musikalischer Direktor des Orchestre de Poitou-Charentes (seit 2001), als Gastdirigent und als Künstlerischer Leiter mehrerer Institutionen und Festivals. Zu seiner Diskographie zählen mehr als 40 Einspielungen: nach dem großen Erfolg der Aufnahme des Gesamtwerks von Paul Dukas setzte er seine Zusammenarbeit zunächst mit Erato fort (Werke spanischer Komponisten, von Schumann, Brahms, Saint-Saëns, Debussy u.a.), dann mit Naïve (Beethoven, Brahms) und Praga Records (Weber, Manoury, Bartók u.a.). Heute nimmt er hauptsächlich für Mirare auf mit dem Orchestre de Poitou-Charentes (Falla, Wien 1925, Dubois, American Journey) und mit Les Musicales Actes Sud (Albéniz, Mompou).

Als Solist tritt Jean-François Heisser mit so renommierten Dirigenten wie Marek Janowski, Michael Tilson-Thomas, Leif Segerstam, Emmanuel Krivine, Zubin Mehta, Michel Plasson oder François-Xavier Roth auf, unter anderem mit Orchestern wie dem London Symphony, Royal Philharmonic, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre de Paris, Orchestre National de Radio France und „Les Siècles“. In seinen zahlreichen Klavierabenden widmet er sich mit Vorliebe Beethoven (Diabelli-Variationen, Sonaten), Brahms, Chopin, dem spanischen Repertoire (Albéniz, Falla, Granados, Mompou) und selbstverständlich den bedeutenden französischen Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart.

Neben den großen Klavierkonzerten und Hauptwerken des Repertoires setzt Jean-François Heisser sich besonders für Kompositionen des 20. Jahrhunderts und Uraufführungen ein, wie z.B. die Turangalilâ-Symphonie und Des Canyons aux Etoiles von Olivier Messiaen; die Klavierstücke, Mantra und Kontakte von Karlheinz Stockhausen; die Uraufführung der Klavierkonzerte von Gilbert Amy und Nguyen Thien Dao sowie der drei Hauptwerke für Klavier von Philippe Manoury: La Ville, Veränderungen für Soloklavier und Terra Ignota für Klavier und 22 Musiker.

Seine Neugier führte ihn zur Beschäftigung mit historischen Instrumenten: so spielte er die vier Klaviersonaten und das Konzertstück von Carl Maria von Weber auf einem Erard-Flügel ein. Mit dem Dirigenten François-Xavier Roth und seinem Orchester „Les Siècles“ wechselt er in den Konzerten zwischen modernem Flügel (Bartók-Konzerte) und Originalinstrumenten (Saint-Saëns und Brahms).

Als Kammermusiker tritt Jean-François Heisser u.a. mit den Streichquartetten Ysaye, Lindsay und Prazak auf. Seine Einspielung der Violinsonaten von Bartók mit Peter Csaba (Praga) zählt heute zu den Referenzaufnahmen. Großes Interesse bringt er auch dem Repertoire für Klavier vierhändig bzw. für zwei Klaviere entgegen, hauptsächlich zusammen mit Georges Pludermacher, Marie-Josèphe Jude und Jean-François Neuburger. Zu seinen eigenen Transkriptionen für zwei Klaviere zählen der Sacre du Printemps und die Symphonie Fantastique von Berlioz (die Aufnahme erscheint 2015 bei Actes Sud).

Seit 2001 ist er Musikalischer Direktor des Orchestre de Poitou-Charentes, das sich unter seiner Leitung zu einer der führenden Kammerorchester Frankreichs entwickelt hat. Beweis dafür sind die Aufnahmen für das Label Mirare: die Originalfassung von L’Amour sorcier von de Falla und die Kammerkonzerte von Alban Berg, die einstimmig von der Presse gelobt wurden. Seine Gesamtaufnahme von Beethovens Klavierkonzerten, vom Klavier aus geleitet, erscheint im Jahr 2015.

Als Künstlerischer Leiter zeichnet Jean-François Heisser in Zusammenarbeit mit dem Verlag Actes Sud verantwortlich für die Programmplanung der Soirées Musicales in Arles. Ab 2015 ist er Künstlerischer Berater des Festival de l’Orangerie in Sceaux.Und schließlich, um die Erinnerung an das Werk seines Meisters Vlado Perlemuter – legendärer Interpret der großen französischen Komponisten – zu bewahren, leitet Jean-François Heisser als Präsident die Académie Internationale Maurice Ravel, renommierte Ausbildungsstätte für junge Talente. Dieses Projekt wird ab September 2015 eine Erweiterung auf internationalem Niveau erfahren durch die Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane – Centre de musique romantique française.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Künstlers.

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Fotos

© T. Chapuzot

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Presse

Deutschland

Das vor 120 Jahren uraufgeführte Konzert [Anm. gemeint ist Camille Saint Saëns – 5.Klavierkonzert] mag nicht ganz so eingängig sein wie die Sinfonie, ist gleichwohl attraktiv, nicht zuletzt durch seinen raffiniert gestalteten Solopart. Für ihn war Jean-François Heisser zu Stelle, alle Hürden der Virtuosität mit Gelassenheit und prägnantem Anschlag bewältigend. Als Zugabe bot der Pianist ein Debussy-Prelúde.

Kölner Rundschau, 12.12.16, Christoph Zimmermann

 

Ein seltener Gast auf deutschen Podien ist Saint-Saëns’ fünftes Klavierkonzert, das auf Grund eines eingeflochtenen nubischen Liebesliedes als das „ägyptische“ bekannt ist. Man muss indes auch den rechten Tonfall für diese Musik finden, was dem Solisten Jean-François Heisser exzellent gelang: Statt bravouröser Dauer-Dominanz setzte er zielsichere Pointen, pflegte einen flüssigen pianistischen Konversationston, (…) – französische Schule par excellence, wie sie auch in der frei flutenden Debussy-Zugabe hörbar wurde.

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.12.16, Stefan Rütter

International

Diskografie

1
Berg, Strauss, Shoenberg, Webern
Wien 1925
OPC / 2011
2 Albéniz
Iberia
Musicales Actes sud / 2010
3 Weber
sonate pour piano n°3 en ré mineur op.49
Praga digitals
4
Falla
L’Amour Sorcier (version originale de 1915)
Avec l’Orchestre
Poitou-Charentes
Mirare /2007
5 Martinu
Double concerto
for strings, piano and timpani
Apex /2005
6 Bartok
Sonates pour violon et piano n° 1 et 2
(Avec Peter Csaba, violon)
Télérama du 15 nov. 2000
Praga digitals/2004
7 Bartok
Œuvres pour deux pianos
(Avec Marie-Josèphe Jude, piano)
Praga digitals/2004
8 Beethoven
Sonates op.109, op.110, op. 111
Variations Diabelli op. 120, Bagatelles op. 119, op. 126
Naïve /1999
9 Granados
oyescas, El Pelele
Erato/1996
10 Albeniz, Granados, Mompou, Falla, Turina
œuvre pour piano
Erato /1996
11 Mompou
Cançons, dances Suburbis, Cants Magics
Erato/1995
12 Granados
Danses espagnoles, Scènes Romantiques
Erato/1991
13 Debussy
La Mer, Nocturnes, Images et Fêtes
Transcriptions pour deux pianos de Debussy et Ravel
(Avec Georges Pludermacher, piano)
Erato /1991
14 Falla
L’œuvre pour piano
Erato /1990

 

Repertoire

Einige Programmvorschläge und eine Repertoireliste von Klavierkonzerten (Saison 2017/18 und 2018/19) des Künstlers stehen Ihnen hier zum download bereit.