Shion Minami

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Shion Minami gehört zu den gefeiertsten jungen Geigerinnen ihrer Generation. Im Oktober 2015 wurde sie zweite Preisträgerin beim Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover. Erste internationale Aufmerksamkeit wurde ihr zuteil 2005 nach ihrem zweiten Preis beim internationalen Wettbewerb Long-Thibaud und dem Preis der SACEM Frankreich für das beste Rezital. Daneben ist sie Preisträgerin zahlreicher weiterer Wettbewerbe in Japan und in Europa.

Shion Minami wurde in Kitakyushu, Japan, geboren und begann im Alter von drei Jahren mit dem Violinspiel. Nach Studien bei Eisuke Shinozaki, Miki Shinozaki, Yu Nishiwada und Koichi Harada studiert sie derzeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Krzysztof Wegrzyn.

Als Solistin trat sie bisher auf mit Orchestern wie dem Orchestre National de Radio France, dem Orchestre National de Lille, dem Orchester des Teatro di San Carlo in Neapel, dem Sinfonieorchester Bilbao und der NDR Radiophilharmonie Hannover sowie mit zahlreichen japanischen Orchestern. Außerdem spielte sie mit Kammerorchestern wie dem La Scala Kammerorchester, den I Solisti Filarmonici Italiani, dem Franz Liszt Kammerorchester und dem Münchner Kammerorchester. 2016 gibt sie ihr Debüt mit der Neuen Lausitzer Philharmonie und mit der Sinfonia Varsovia.

Im März 2008 erschien ihr Debüt-Album als erste Künstlerin des neuen Labels „Universal Music Japan“; nach der CD „Bloom“ erschien 2015 ihre dritte CD „Fantaisie“ mit Werken von Fauré, Franck und Ysaÿe.

Shion Minami spielt eine Geige von Antonio Stradivari (1727), die ihr von der Suntory Foundation for Arts zur Verfügung gestellt wurde.

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Die aktuelle Repertoireliste finden Sie hier.

Fotos

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Ole Sparta, 2015

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Ole Sparta, 2015

 

Presse

Deutschland

 

Konzert mit zwei virtuosen Solistinnen

Zwei Absolventinnen der Musikhochschule Hannover waren am Freitag im Konzert „Stars von morgen“ des Göttinger Symphonie-Orchesters in der Stadthalle zu hören: die Geigerin Shion Minami und die Pianistin Sarah Soyeon Kim. Mit ihrem virtuosen Spiel lösten sie Stürme der Begeisterung im Publikum aus.

Göttingen. Mit dem ersten Violinkonzert von Dmitri Schostakowitsch eröffnete das GSO den Abend. Am Pult stand der aus Bulgarien stammende Gastdirigent Svetoslav Borisov. Womit die Solistin Shion Minami ihre Zuhörer von Anfang fesselte, war die ungeheure Intensität ihres Spiels, ein wahres Feuer, das sie alle vier Sätze hindurch lodern ließ – ob im meditativ-breiten Gesang des Notturno, dem wild einherspringenden Scherzo, der tiefernsten Passacaglia oder dem feurigen Finale, das sie mit einer atemberaubenden Solokadenz eingeleitet hatte.
Lupenreine Intonation

Selbstverständlich verfügt sie über ein hochvirtuoses Potenzial, über eine perfekte Bogentechnik, lupenreine Intonation und einen stets durchsetzungsfähigen, in der Tiefe ungemein satten, in der Höhe strahlenden Ton. Darüber hinaus aber war sie durchweg der treibende Motor dieses dreiviertelstündigen Meisterwerkes, das dem Solisten kaum eine Atempause lässt.

Svetoslav Borisov folgte dieser gestalterischen Vorgabe mit Anstand, auch wenn er hier und da den solistischen Schwung ein klein wenig bremste, ihn gleichsam begradigte. Die GSO-Musiker spielten sehr präzise, bewältigten das rhythmisch, klangfarblich und auch technisch hochkomplexe Werk souverän. Für den brausenden Beifall und die lautstarken Bravorufe bedankte sich Minami mit der Polnischen Caprice von Grazyna Bacewicz.
Nächster Termin

Die zweite virtuose Herausforderung folgte nach der Pause: Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert mit Sarah Soyeon Kim. Diese Pianistin liebt das kraftvolle Spiel, sie glänzt mit staunenswerter Fingerfertigkeit, besitzt eine unfehlbare Oktaventechnik auch im Hochgeschwindigkeitsbereich, verblüfft mit donnernden Akkordkaskaden.

 

Bisweilen etwas geschmeidiger

Was ein wenig verwunderte, war das sehr moderate Tempo im langsamen Satz (Andantino), den man oft ein wenig schneller hört. Doch ist diese nachdenkliche Attitüde sehr wohl eine Alternative zur gängigen Praxis.

Dem muskulösen Ansatz in den Ecksätzen hätte freilich noch mehr Poesie und Zartheit in den Piano-Passagen gut getan, von denen es gar nicht so wenige gibt. Das Dirigat Borisovs, der die animiert spielenden GSO-Musiker sicher führte, hätte man sich bisweilen etwas geschmeidiger vorstellen können.

Auch hier brandete am Ende ein lang dauernder Applaus, untermischt von Bravorufen. Der Dank: Liszts „La Campanella“ – hier war dann auch die Zartheit zu erleben, die Anschlags-Delikatesse, die man sich zuvor schon gewünscht hatte.

 

Göttinger Tagesblatt, Stand 11.05.2016

 

Wenn Stradivari das gewusst hätte

Shion Minami (Violine) und Sarah Soyeon Kim (Klavier) gastierten mit dem Göttinger Symphonie Orchester in der Stadthalle

„Stars von morgen“ sind die Konzerte überschrieben, zu denen das Göttinger Symphonie Orchester regelmäßig Absolventen der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover einlädt. Inzwischen überrascht es niemanden mehr, welch ungemein hohes Niveau der jungen Musikerinnen und Musiker bei diesen Konzerten zu erleben ist.

Ganz besonders galt das bei dem diesjährigen Konzert. Zu Gast waren die japanische Geigerin Shion Minami und die koreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim. Auf dem Programm standen zwei Werke russischer Komponisten, die Leitung des Abends hatte der bulgarische Dirigent Svetoslav Borisov übernommen; er war schon mehrfach zu Gast in Göttingen.

Der Abend begann mit dem Violinkonzert Nr. 1 von Dmitri Schostakowitsch. Diese Musik ist alles andere als leichte Kost – das gilt sowohl für die Ausführenden als auch für die Zuhörenden. Shion Minami schaffte es mit ihrer Stradivari-Geige innerhalb kürzester Zeit, die Aufmerksamkeit in der Göttinger Stadthalle vollkommen auf sich zu ziehen. Sie nahm die Herausforderungen der Musik an und spielte den Konfliktgehalt, der dieser Musik innewohnt, mit großer Emotion aus. Ob die weit ausschwingende Melodie im ersten Satz, die verbissene Motorik im zweiten Satz oder die Süße und Wehmut im dritten Satz und vor allem die atemberaubende Kadenz im vierten Satz – Shion Minami spielte, als ob sie dieses Werk schon in Jahrzehnten verinnerlicht hätte. Selten wird solch komplexe Musik derart überzeugend und stilsicher dargeboten. Mit dafür verantwortlich ist auch das Dirigat von Borisov. Er ließ der Künstlerin alle Freiheiten und steuerte das Orchester mit großer Aufmerksamkeit durch die Partitur. Die Musiker des Göttinger Symphonie Orchesters folgten Borisov akkurat und zeigten bei dem hohen Schwierigkeitsgrad der Musik großes Können. Bravo-Rufe für alle Beteiligten waren der Lohn für diesen bemerkenswerten Auftritt. Minami bedankte sich mit Musik des polnischen Komponisten Grazyna Bacewicz für den Applaus.

Nach der Pause hätte es gerne so weitergehen können. Zumal mit dem 1. Klavierkonzert von Pjotr Tschaikowsky ein echter Klassik-Hit auf dem Programm stand. Es zählt zu den bekanntesten Klavierkonzerten überhaupt – das ist eigentlich eine gute Voraussetzung, das Publikum im Sturm zu erobern. Leider konnte Sarah Soyeon Kim diese Chance nur bedingt nutzen. Zwar zeigte sie ihr großes virtuoses Können, aber sie setzte ihre Kraft so dauerhaft ein, dass die Liedmotive, die Tschaikowsky verarbeitet hatte, nicht so recht liedhaft klangen. Natürlich beeindruckt ein solches Klavierspiel durchaus, auch verlangen zahlreiche Passagen des Konzertes einen solchen Krafteinsatz. Wenn aber zum Beispiel Bettina Bormuth mit der Flöte ein Thema anrührend vorträgt, wäre es wünschenswert, wenn dieser Duktus vom Klavier aufgenommen wird. Borisov ließ der Pianistin ebenfalls ihre Freiheiten. Eine straffere Führung durch ihn hätte dem Werk sicher gut getan.

So ergab sich ein Abend mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Gesprächsthema war auch nach dem Konzert vor allem das unglaubliche Spiel von Shion Minami auf ihrer Geige von 1727. Wenn Antonio Stradivari gewusst hätte, was und vor allem wie mit diesem Instrument eines Tages gespielt wird…

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